4 Februar 2012
Spielplatz-Caches – ein NoGo?
vom DosenSpaeher im bereich was die Welt nicht braucht .
Dosenverstecke auf Spielplätze – für die einen toll, denn sie können vermeintlich in Ruhe suchen während ihre Kinder sich austoben, für die anderen ein absolutes NoGo. Warum sind diese Caches so kontrovers diskutiert?
Man stelle sich vor, ein einzelner männlicher Cacher geht auf die Suche nach dem versteckten Cache auf einem Spielplatz. Der Spielplatz ist voll von Kindern jeden Alters und ein paar Mütter (oder Väter) schauen ihren Kleinen beim spielen zu.
Aus Sicht dieser Aufsichtspersonen sieht es doch dann so aus: Ein Mann verhält sich ziemlich auffällig unauffällig im Gebüsch. Die ersten Gedanken: Was macht der da? Sind meine Kinder in Gefahr? Bei den letzten Schlagzeilen aus den Zeitungen ein nicht unabwegiger Gedanke. Und da bekommt das Spiel Geocaching doch schon einen sehr faden Beigeschmack. Bestenfalls wird der Suchende einfach nur mit Blicken bestraft, bis er dann von dannen trollt. Glück gehabt.
Spielplätze sind also ein eher suboptimaler Platz um Geocaches zu verstecken, man muss immer bedenken, wie sieht es für Muggels aus, wenn dort gesucht wird.
Etwas anders gelagert ist der Fall bei “Kleiner Lost Spielplatz” in Schwerte. Dort befindet sich ein “alter” Spielplatz, der nicht mehr genutzt wird – laut Aussagen des Owners des Caches, der dort platziert war (“Benutzung der halben Spielgeräte auf eigene Gefahr”). Also ein optimales Örtchen um der Welt zu zeigen, wo man hätte spielen können, wenn denn alles in Ordnung wäre auf diesem Platz. Mitnichten. Trotz der Erlaubnis eines Anwohners wurde der Cache mittlerweile archiviert. Was war passiert? Zunächst hat sich ein Anwohner (oder gar mehrere) nicht “nett” gegenüber dort suchende Cacher geäussert. Der Owner quittierte das mit “… und wie im wahren Leben ist einer dort nicht so nett, wie gesagt: es ist nicht verboten!!! Immer nur Lächeln” – Nett sind doch alle Cacher, oder? Und wir sind alle immer höflich, unauffällig, und… naja ihr wisst was ich meine.
Aber irgendwie ist die Sache dann Ende letzten Monats aus dem Ruder gelaufen, wie die Listingergänzung des Owners zeigt::
JETZT IST ES SOWEIT: ARMES DEUTSCHLAND!!
[...]
SIE [die Anwohner, Anm.d.DosenSpaehers] SAGEN SELBST DAß ES VERANTWORTUNGSLOS IST DIESEN SPIELPLATZ FÜR KINDER ZU EMPFEHLEN (wir reden hier immernoch von einem NICHT abgesperrten(!)Spielplatz)
UND SIE SAGEN, WENN EIN ANWOHNER ES ERLAUBT DEN SPIELPLATZ ZU BETRETEN, ABER EIN ANDERER ANWOHNER DAS NICHT WILL, RUFT ER DIE POLIZEI UND ES GIBT EINE ANZEIGE WEGEN HAUSFRIEDENSBRUCH….
URTEILT SELBST!! ICH LASSE DEN CACHE VORERST STEHEN UM AUF DIESEN MISSSTAND AUFMERKSAM ZU MACHEN!!!
Aha – um auf den “Missstand” aufmerksam zu machen. Auf welchen eigentlich? Auf den Missstand, dass sich mindestens ein Anwohner gestört fühlt oder auf den Missstand, dass die Spielgeräte kaputt sind – also die Spielgeräte, die wohl die Anwohner angeschafft haben (oder die Eigentümergemeinschaft), die aber nicht mehr genutzt werden. Man weiss es nicht so ganz genau. Der Cache war also weiterhin aktiv.
Aber dann kam ein “böser” Reviewer daher und schloss den Cache, wohl weil die Anwohner dem Owner mit der Polizei drohen, sofern noch jemand dort suchen würde – augenscheinlich weil der Spielplatz nicht so öffentlich ist, wie er angegeben wurde. (Ich frage mich, ob ein Spielplatz, bzw. dieser Spielplatz auch nicht-öffentlich sein kann, aber das tut hier nichts zur Sache. Es scheint jedenfalls ein privater öffentlich zugänglicher nicht als solcher gekennzeichneter Spielplatz zu sein.)
Viel interessanter finde ich den Archivierungstext des Reviewers:
Tut mir leid: Anweisung aus dem Olymp (Groundspeak HQ): Bei einer Hauseigentümergemeinschaft (Eigentumswohnun gen) reicht nicht die Genehmigung eines Eigentümers der Anlage zum Legen eines Caches, sondern diese Genehmigung muß von der Eigentümerversammlung kommen – tut mir leid. Wenn du eine solche Genehmigung hast/bekommst, kann man das Listing wieder aus dem Archiv holen, aber es sollten nicht mehr als 3 Monate vergehen.
Anweisung von Groundspeak?
Nun ist es ja nicht so, dass Groundspeak alle Caches überwacht ob dort etwas schief läuft. Wenn dann überhaupt die Reviewer. Aber es heisst Anweisung von Groundspeak. Hat sich nun ein Geocacher bei Groundspeak? Aber warum sollte ein Geocacher sich darüber beschweren, dass hier nicht die Einverständnisse von allen Anwohnern vorliegen? Woher sollte er das wissen? Warum nicht per SBA? Oder hat sich gar ein Anwohner an Groundspeak gewandt?
Wie auch immer: Der Olymp (schöne Metapher für Groundspeak HQ) hat entschieden. Ich persönlich finde das auch richtig. Einerseits fühlen sich Anwohner gestört – den Owner stört das aber offensichtlich nicht – und andererseits – wie eingangs erläutert – bin ich der Meinung
Caches auf Spielplätze – Nein, das muss nicht sein
- das ist ein NO GO
in this sense
der DosenSpaeher
6 kommentare so far...
mo-cacher Says:
5 Februar 2012 at 09:17.
Multiple exclamation marks und Versalien – was soll man da noch überlegen?
Starglider Says:
5 Februar 2012 at 10:53.
Mal ganz unabhängig von der Spielplatzproblematik:
Caches sollten doch eigentlich gelegt werden damit Leute Spaß daran haben sie zu suchen und nicht um “AUF MISSTÄNDE AUFMERKSAM ZU MACHEN”.
Ich möchte als Cacher auch nicht in solche Konflikte zwischen Anwohnern hineingezogen werden.
raziel28 Says:
5 Februar 2012 at 11:33.
Einen Spielplatzcache haben wir bisher gemacht. Fazit: Um Spielplatzcaches zu lösen braucht es neben der CGA unbedingt Kinder.
Migido Says:
5 Februar 2012 at 11:59.
Spielplatzcaches gehen wir idR nur dann an, wenn einer oder mehrere unserer Teamzwerge dabei sind oder aber zu einer passenden Tages-/Jahreszeit: spät abends, nachts, bei Regen, im Winter…
Ich habe prinzipiell nichts gegen Spielplatzcaches, sofern sie halbwegs intelligent gemacht sind. Man kann hier tatsächlich Elternhobby mit Bewegungsdrang der Kids verbinden.
Ein No-go ist IMO eher der desinteressierte Cacher: Was kümmert es mich, wenn mich Kinder/Eltern/Anwohner sehen, Hauptsache der Punkt ist gerettet… wenn ich an einem Spielplatzcache einen Menschen sehe, gehe ich weiter und kümmere mich um einen anderen Cache.
Ich finde, so einfach kann das sein…
Gruß aus Dortmund
Migido
Isebar Says:
5 Februar 2012 at 18:20.
Ganz abgesehen von den am Anfang erwähnten generellen Problemen mit Caches auf Spielplätzen, ist die Annahme, dass jedes Gelände, auf das ein Fußweg oder eine Straße führt, automatisch öffentlich ist, schlichtweg FALSCH. Ein Eigentümer, eine Eigentümergemeinschaft oder eine Wohnungsbaugesellschaft müssen auch nicht zwingend ein Grundstück oder einen Bereich mit entsprechenden Schildern als privat kennzeichnen.
Im vorliegenden Fall scheint es sich um ein Grundstück einer Eigentümergemeinschaft zu handeln, auf dem sich ein von der Eigentümergemeinschaft erstellter Spielplatz befindet. Wenn dieser Spielplatz jetzt vefallen ist, ist das Sache der Eigentümergemeinschaft und kann nicht als Hinweis interpretiert werden, dass es niemand kümmert, wenn da jemand rumläuft.
Die Reviewer haben in diesem Fall Recht, dass die Einwilligung der Eigentümergemeinschaft vorliegen muss, um diesen Platz zum Legen eines Caches nutzen zu können.
Mein 2 Ct
Isebar
hamburch Says:
6 Februar 2012 at 07:28.
Moin,
Geocachen ist ja soweit ich weiß auch was für die Familie oder etwa nicht?!?!?
Dafür gibt es ja auch nun mal die Attribute (Recommended for kids / Empfohlen für Kinder) um diesen Cache zu suchen, braucht man dann ja auch nu mal eine ECA.
Gruss